{Die Berliner Mauer muss ein Platz der Erinnerung bleiben Alles war sehr wenig angenehm. An jedem Ort verteilt standen hässliche graue Wachtürme aus Waschbeton, Autos der Grenzer und Blockaden aus Waschbeton und Stacheldraht. Aber und abermal gab es hier einen Rückstau, weil die Wagen extra abgefertigt wurden. Das hieß, man musste zuallererst seinen Pass übergeben, begab sich dann danach zur zweiten Haltepunkt und erhielt nach gefühlt stundenlanger Wartezeit seine Papiere wieder und durfte voran fahren.
Führung Berliner MauerEs gab hin und wieder Gerede, dass während der Zollkontrolle die Fahrzeuge mit Röntgenstrahlen untersucht wurden. Auf der Transit-Schnellstraße in der DDR gab es ein Tempolimit von einhundert Stundenkilometer. Da musste man darauf achten, keinesfalls geblitzt zu werden. Letzten Endes kam man zur Grenze DDR Berlin West. Es konnte es zudem mal vorfallen, dass man rausgewunken wurde und das komplette Pkw gefilzt wurde.
Sofern man hernach schließlich in West Berlin war, ging man möglichst schnell zur Berliner Mauer. In Westberlin waren entlang der Mauer Aussichtsplattformen aufgebaut worden, damit man über die Mauer sehen kann.
Führung Berliner MauerHier ging man rauf und konnte über die Berliner Mauer blicken. Man sah den Todesstreifen, die Soldaten und die freien Flächen, die nachtsüber hell beleuchtet waren . Tatsächlich konnte sich die Sowjetzone derart teuren Grenzsicherungen überhaupt nicht leisten. Auf jeden Fall war diese Maßnahme ein satter Posten. Die Passierung der Grenze nach den östlichen Teil Berlins war stets ein spezielles Erleben. Entweder man fuhr mit der Schnellbahn über den Bahnhof Friedrichstr oder mit dem Personenwagen über Wedding oder Britz in den Ostteil. Bei diesen Grenzkontrollstellen waren stundenlange Schlangen nichts Besonderes. Bei der Einfahrt nach Ost-Berlin musste man 25,00Westmark zwangsweise in Ostgeld tauschen.
Man hatte folglich 25 Ostmark und hatte Arbeit, die an einem Kalendertag auszugeben. Gaststätten waren außerordentlich preiswert. Häufig blieb eine erhebliche Gesamtmenge an Mark der Deutschen Notenbank übrig. Man konnte nicht aber das Zahlungsmittel in den Westteil Berlins mitnehmen. Man musste sich tatsächlich was überlegen. Man konnte irgendeinen sinnlosen Schund kaufen, den man als nächstes fort warf. Oder es blieb einem nichts anderes übrig, als das Ost-Geld sogar wegzuschmeissen. Das blieb selbstverständlich von den Bürgern aus dem Osten nicht unbemerkt. Man konnte Leute sehen, die zuzeiten die Mülleimer untersuchten. Man wurde selbstverständlich gefragt, gesetzwidrig DEM in DDR-Geld zu wechseln. Was freilich nicht anzuraten war, nämlich danach hatte man ein Treffen mit der Staatsmacht.
Berliner MauerAls Jugendlicher damals fand ich es so merkwürdig, dass die Leute aus dem Osten diesen gesamten Stumpfsinn einfach derart hinnahmen. Ich habe damals nicht begriffen, dass ein Aufbegehren dagegen einfach in keinster Weise möglich war. Die Errichtung der Berliner Mauer war eine brutale Operation in die Freiheit der Bewohner, die mit Macht durchgesetzt wurde. Wie wenn die Berliner Mauer nicht schon übel genug gewesen wäre, gab es an der Grenze auch noch den Befehl, an der Grenze scharf zu schiessen. Menschen, die das Land verlassen wollten, durften nicht gesetzlich raus oder bloß mit außerordentlich vielen Problemen. Eine Flucht über die Grenze, häufig über die Berliner Mauer, wurde bei Bedarf durch gezielte Schüsse davon abgehalten.
Berliner MauerNun sieht man allein noch wenig von der Grenze in der Bundeshauptstadt. Man meinte damals, der Makel muss möglichst schnell verschwinden.